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Information zur Aluminium-Studie des BM für Gesundheit


Wien, 25.6.2014

Information des Standeskomitees Klinische Allergologie der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie

Anfang Juni 2014 wurde vom Bundesministerium für Gesundheit die Studie “Aluminium – Toxikologie und gesundheitliche Aspekte körpernaher Anwendungen” veröffentlicht.

Diese Studie befasst sich im Wesentlichen mit der Exposition bzw. Aufnahme von Aluminium durch Trinkwasser, Aluminiumbelastung durch berufliche Exposition am Arbeitsplatz (z.B. Aluminiumstäube bzw. – dämpfe) und Vorkommen von Aluminium in Antazida sowie in Kosmetika und Lebensmitteln bzw. Lebensmittelverpackungen. Das Vorkommen von Aluminium als Wirkungsverstärker in Impfstoffen wird als mögliche Quelle nur peripher erwähnt:

“Medizinische Anwendungen, mit Ausnahme von nicht verschreibungspflichtigen Antazida, durch welche ebenfalls eine Exposition mit Aluminium möglich ist, werden in der vorliegenden Arbeit nicht näher dargestellt” (Punkt 1 – Zusammenfassung)

Bezüglich der Sicherheit von Aluminium in Therapieallergenen hat das Paul-Ehrlich-Institut (das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, das diese hinsichtlich Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit prüft und forscht) am 21.01.2014 eine Sicherheitsinformation publiziert (“Sicherheitsbewertung von Aluminium in Therapieallergenen”).

Zusammenfassend zieht das Bundesinstitut die Schlussfolgerung:

“Wissenschaftliche Daten lassen nicht auf eine Gefährdung von Kindern oder Erwachsenen durch eine subkutane Immuntherapie mit aluminiumhaltigen Adjuvantien schließen.

Eine spezifische Auswertung aller Nebenwirkungsmeldungen des Paul-Ehrlich-Instituts zu Therapieallergenen von 1986 bis 2013 ergibt kein Sicherheitssignal.

Das allergene Potenzial von Aluminium ist sehr gering. Die derzeitige Datenlage lässt auch keine Erhöhung des Risikos erkennen, Allergien auf andere Stoffe zu entwickeln.

Der Beitrag einer Behandlung mit aluminiumhaltigen Therapieallergenen zur lebenslangen Akkumulation von Aluminium im Organismus ist im Vergleich zu anderen Quellen als gering einzustufen und erscheint vor dem Hintergrund des Nutzens für den Patienten vertretbar.

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Aluminium-adjuvantierten Allergenen ist positiv. Nach der- zeitigem Kenntnisstand liegen keine Gründe vor, die Praxis der Anwendung von zugelassenen Therapieallergenen, die mit Aluminium adjuvantiert sind, zu ändern.”

Auch die Europäische Arzneimittelbehörde European Medicines Agency (EMA) kam 1998, 2004 und zuletzt 2010 (CHMP Safety Working Party’s response to the PDCO regarding alumi- nium hydroxide contained in allergen products EMA/CHMP/381064/2010) ebenso wie die WHO 2012 (Global Advisory Committee on Vaccine Safety report of meeting 06/2012) zu ähnlichen Schlussfolgerungen.

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Dieser Meinung schließen auch wir uns aufgrund der derzeitigen Datenlage an und halten daher die Anwendung von aluminiumhältigen Immuntherapieallergenen in der Medizin für unbedenklich.


Prim. Dr. Daniel Blagojevic Leiter Allergieambulatorium Rennweg, Wien
Prim. Univ.-Prof. Dr. Christoph Ebner Leiter Allergieambulatorium Reumannplatz, Wien
Prim. Dr. Johannes Mikschi
Leiter Allergie-Ambulatorium Burgenland, Oberpullendorf
Univ.-Prof. Dr. Norbert Reider Leiter Allergieambulanz, Univ.-Klin. Dermatologie und Venerologie, Med. Univ. Innsbruck
Assoz.-Prof. Dr. Gunter Sturm Leiter AG Allergologie der ÖGDV, Graz und Wien
Priv.-Doz. Mag. Dr. Stefan Wöhrl Leiter Standeskomitee Klinische Allergologie der ÖGAI, Wien
Dr. Petra Zieglmayer Standeskomitee Klinische Allergologie der ÖGAI, Wien
Dr. Cornelia Egger Kassierin AG Allergologie der ÖGDV, Innsbruck
Prim. Priv.-Doz. Dr. Fritz Horak Leiter Allergiezentrum Wien West, Wien
Univ.-Prof. Dr. Verena Niederberger Leiterin ARGE Allergologie der HNO Gesellschaft, Wien
Prim. Dr. Dorota Steffanson Leiterin Allergie-Ambulatorium Innere Stadt, Wien
Univ.-Prof. Dr. Zsolt Szépfalusi Univ.-Klin. f. Kinder und Jugendheilkunde, Med. Univ. Wien
Leiter Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien 

 

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